[Rezension] Unbekannt verzogen – Tom Winter

unbekannt verzogen

Kurzinfo:

Verlag: insel taschenbuch………………Erscheinungsjahr: 2013

Autor: Tom Winter………………Genre: Roman/ Alltagsgeschichten

Seiten: 281………………Preis: 12,99 EUR

Inhalt: „>Ich wollte Bob gestern verlassen.< >An einem Dienstag? Wie originell.<

Eine verzweifelte Hausfrau, die nur eins im Kopf hat: alles hinschmeißen. Ein einsamer Postmann, der ihr Mut machen will. Und ein Brief, der alles verändert.

Carol hat es satt: das ewige Gejammer ihres wehleidigen Mannes, die schlechte Laune ihrer halbwüchsigen Tochter, das triste Leben im Reihenhaus. Sie will weg, nach Athen, wo sie früher einmal glücklich war. Aber das Schicksal macht ihr gründlich einen Strich durch die Rechnung. Statt Sonne vor dem Parthenon zu genießen, schreibt sie sich ihren Frust nun in Briefen >>ans Universum<< von der Seele – und die landen auf dem Tisch des einsamen Postmanns Albert, der bald wissen will, wer die anonyme >>C.<< ist. Er macht sich auf, Carol zu finden…“

Autorenportrait: Tom Winter wurde in der Nähe von London geboren. Er hat 15 Jahre in Hongkong und Shanghai gelebt. Jetzt lebt er in Berlin und arbeitet als Werbetexter für internationale Firmen. Unbekannt verzogen ist sein erstes Buch und er arbeitet derzeit an einem zweiten Roman.

Zum Buch: Ich hab das Buch für eine Leserunde bei LovelyBooks gewonnen. Ich habe auch fleißig meine Beiträge dazu geschrieben. Wenn euch die Beiträge aus der Leserunde interessieren, dann folgt dem >LINK< Aber vorsicht! Die Beiträge enthalten natürlich Spoiler. ;)

Erster Satz:

„Carol hätte gerne eine Krankheit.“

Meine Meinung: Das ganze Buch ist in vier Kapitel unterteilt: Carol, Albert, Leben und Tod sowie in 72(!) Unterkapitel. Dadurch, dass es so viele kleine Kapitel gibt, liest sich das Buch wirklich gut und schnell weg. Der Schreibstil ist flüssig und die Geschichte lässt einen immer weiterlesen, selbst wenn nichts spannendes passiert. Am Anfang des Buches (Kapitel ‚Carol‘ und ‚Albert‘) lernen wir Carol und Albert kennen, die beiden Hauptprotagonisten. Im Kapitel ‚Leben‘ bestreitet wir mit den beiden ihr Leben, erfahren viel aus ihren Gedanken und sehen zu, wie sie sich schon ein wenig verändern. Das letzte Kapitel ‚Tod‘ sorgt für die meisten Überraschungen und Wendungen.

Carol und Albert sind zwei sehr einsame Menschen. Obwohl Carol eine Familie, ein Haus, einen Job und eine beste Freundin hat, ist sie einsam und das weiß sie auch. Sie ist kein bisschen glücklich in ihrem Leben. Sie sehnt sich zu einem Mann, mit dem sie vor Jahren eine Affäre hatte, für den sie aber nicht ihren Mann verlassen konnte. Sie wollte ihrer damals kleinen Tochter nicht den Vater und die heile Familie nehmen. Ihren Mann hat sie aber noch nie wirklich geliebt und ihre Tochter versteht sie von Tag zu Tag weniger und behauptet sogar, sie könne sie nicht leiden…Sie flüchtet sich gerne auf Arbeit, aber dort ist sie ebensowenig glücklich. Ihre beste Freundin versucht sie immer zu überreden, bei ihrem Mann Bob zu bleiben. Dann beschließt Carol wirklich mit Bob Schluss zu machen und als sie es ihm gerade sagen will, erklärt er ihr, dass er einen Knoten an seinem Hoden entdeckt hat…Bob hat also Krebs und Carol ist hin und her gerissen…

Albert ist einsam und ahnt es noch gar nicht. Er steht kurz vor der Pensionierung bei der Post. Seine Frau ist vor 40 Jahren gestorben und nun lebt er mit seiner Katze Gloria allein. Seine Katze ist jedoch selbstmordgefährdet…das wird ihm bewusst, als sie aus dem Fenster springt und sich zum Glück nur die Vorderbeine gebrochen hat. Seitdem schaut sie immer wieder sehnsüchtig zum Fenster… Seine Abende verbringt Albert vor dem Fernseher und seine Gespräche führt er mit seiner Katze.

Carols Freundin rät ihr, sich ihre Probleme von der Seele zu schreiben, in einem Brief ‚An das Universum‘. Nach anfänglichen Schwierigkeiten macht Carol das auch, nur schreibt sie nicht ans Universum, sondern einfach an Irgendjemanden:

„Liebes…also, Universum nenne ich Dich jetzt nicht, das klingt mir dann doch zu albern. Lieber Gott geht noch weniger. Croydon ist der endgültige Beweis dafür, dass es Gott nicht gibt. Sagen wir einfach, Du bist Du. Und ich bin ich.“

Albert wird für die letzten Wochen seiner Arbeitszeit noch in eine andere Abteilung versetzt und soll die nicht zustellbaren Briefe sortieren und ausmisten. Und so landen Carols Briefe bei ihm…und da sie ihre Briefe ohne Empfänger und Absender, sondern nur mit einem Smiley beschriftet, ist Albert neugierig und liest ihren Brief und so treffen sich ihrer beider Leben…

Ich habe eine leichte Lektüre erwartet, die man so nebenbei lesen kann. Doch im Nachhinein denkt man viel über das Buch nach. Es ist trotz des britischen Humors ein sehr trauriges Buch. Das Ende war mir persönlich zu kurz beschrieben, zu schnell abgehandelt. Ansonsten waren aber die Charaktere sehr schön herausgearbeitet und sie haben sich auch im Laufe der Geschichte weiterentwickelt. Vor allem Albert hat mir immer mehr gefallen, obwohl ich Carol und Albert schon von den ersten Seiten an, sehr sympatisch und interessant fand. Die Geschichte ist zwar nicht so spannend erzählt wie ein Fantasy-Roman oder ein Krimi, trotzdem möchte man immer weiterlesen und wissen, wie es weitergeht.

Fazit/ Bewertung: Mir hat das Buch wirklich sehr gefallen. Das Ende war ein wenig zu kurz gehalten und zu offen.

4 punkte

Sehr gute 4 von 5 Punkten!!!

eure franny_dünn

Quelle: lübbe.de

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